Das Wichtigste im Überblick
- Die Hin- und Rückfahrt ab Seydisfjordur dauert 5 Stunden und bietet Zeit, mehrere Stopps in der abgeschiedenen Landschaft Ostislands zu erkunden.
- Ihr Reisebus fährt durch die Northeastern Region und passiert auf dem Weg zum Wasserfall Gufufoss und zu den Papageitaucherkolonien Hafnarholmi und Lindarbakki.
- Halten Sie unterwegs am Fenster nach den markanten Rhyolithgipfeln von Dyrfjoll Ausschau, während die Route durch eindrucksvolle Pässe zwischen Fjord und Moorland ansteigt.
- Ihre Tour umfasst einen professionellen Guide, die bequeme Abholung und Rückfahrt zum Kreuzfahrtterminal sowie WLAN an Bord während des gesamten Ausflugs.
- Die zahlreichen Kaskaden, die vom Reisebus aus zu sehen sind, spiegeln die hohen Niederschläge und das steile Gelände Ostislands wider und prägen eine Landschaft, die von Wasser und Geologie geformt wurde.
Die Reise beginnt: Von Seydisfjordur zum Bergpass
Ihre fünfstündige Tour startet direkt am Kreuzfahrtterminal von Seydisfjordur. Dort werden Sie von einem Guide empfangen, und die Gruppe steigt in einen Reisebus für die Fahrt ins abgelegene Landesinnere Ostislands. Die Straße führt sofort vom Fjord bergauf und lässt die bunten Häuser und Fischerboote dieses abgeschiedenen Dorfes hinter sich. Bereits in den ersten 20 Minuten wandelt sich die Landschaft von Küstensiedlungen zu offenem Moorland, und durch die Busfenster eröffnen sich erste Ausblicke auf die umliegenden Gipfel. Die Route verläuft über eine gut ausgebaute Bergstraße, die sorgfältig für Islands strenge Winterbedingungen konzipiert wurde und im Sommer ungehinderte Ausblicke über die Nordostregion bietet.
Achten Sie bei der Fahrt bergauf auf die sich verändernde Vegetation. Die Birkengebüsche und niedrigen Weiden der tieferen Lagen werden allmählich lichter und machen robusten Gräsern sowie moosbedeckten Lavafeldern Platz. Dieser Übergang markiert Ihre Ankunft im echten Hochland, wo nur wenige Bäume Wind und Höhenlage standhalten. Die Fahrt selbst wird hier zur Attraktion, denn jede Kehre eröffnet neue Perspektiven auf den Fjord hinter Ihnen und die Berge vor Ihnen.
Aufstieg zum Fjarðarheiði: Das Erlebnis am Bergpass
Der Kern Ihrer Reise führt über Fjarðarheiði, einen hoch gelegenen Bergpass, der die Küstenfjorde mit den Tälern im Landesinneren verbindet. Dieser Pass steigt auf ungefähr 600 meters über dem Meeresspiegel an, ein beträchtlicher Höhengewinn, für den Sie von Seydisfjordur aus etwa 45 minutes benötigen. Je näher Sie dem Gipfel kommen, desto steiler wird die Straße, während Serpentinen fortwährend wechselnde Ausblicke bieten. An klaren Tagen reicht die Sicht über mehrere Täler und Gipfel hinweg. Der Pass ist eine echte Meisterleistung früher Straßenbauer, denn ganzjährig zuverlässig befahrbar wurde er erst mit der Verfügbarkeit moderner Schneeräumgeräte.
Der Höhenunterschied macht sich eher dezent als dramatisch bemerkbar, doch gelegentlich nehmen Fahrgäste die etwas dünnere Luft und die kühleren Temperaturen wahr, wenn der Reisebus die höheren Lagen erreicht. Das Wetter kann sich in dieser Höhe rasch ändern, und Ihr Guide erklärt Ihnen, wie sich die Wolkenformationen hier anders verhalten als auf Meereshöhe. In den Sommermonaten ist der Pass schneefrei und vollständig geöffnet, was diese Jahreszeit ideal für die Tour macht.
Die eingekerbten Gipfel von Dyrfjöll ragen über Haarnadelkurven auf, die in die Fjordwand geschnitten sind
Die Rhyolithgipfel von Dyrfjöll: Geologie in Farben geschrieben
Der Berg Dyrfjöll prägt die Landschaft östlich von Ihnen. Bemerkenswert ist er nicht allein wegen seiner Höhe, sondern vor allem wegen seiner charakteristischen Rhyolithzusammensetzung. Rhyolith ist ein helles Vulkangestein, das einen eindrucksvollen Kontrast zum dunkleren Basalt bildet, aus dem ein Großteil der isländischen Landschaft besteht. Die Gipfel von Dyrfjöll zeigen Rosa-, Hellbraun- und Cremetöne. Diese Färbung entsteht durch mineralreiches vulkanisches Material, das vor Millionen von Jahren ausbrach. Vom Reisebus aus wirken diese Farben besonders lebendig im Nachmittagslicht, wenn flach einfallende Sonne die Struktur und Schichtung der freiliegenden Felswände hervorhebt.
Dieser Berg ist ein geologisches Monument der vulkanischen Geschichte Islands. Die Rhyolithzusammensetzung weist auf Eruptionen eines anderen Magmatyps hin als die basaltischen Lavaströme, die andernorts in der Region sichtbar sind. Ihr Guide erklärt Ihnen, wie Sie diese Gesteinsarten von der Straße aus erkennen können und wie sich das Erscheinungsbild der Landschaft je nachdem, welche vulkanischen Ablagerungen den Untergrund bilden, deutlich verändert. Das unverwechselbare Erscheinungsbild von Dyrfjöll macht den Berg durch die Busfenster eindeutig erkennbar, und Fotos vom Pass fangen seine eindrucksvollsten Ansichten ein.
Njarðvíkurskriður: Die Legende des großen Schutthangs
Njarðvíkurskriður, ein gewaltiger Schutthang, der während der Abfahrt von Fjarðarheiði sichtbar ist, ist mit einer alten isländischen Legende verbunden, die Ihr Guide während der Fahrt erzählt. Die enorme Größe und der instabile Eindruck des Hangs haben über Generationen hinweg Geschichten inspiriert. Die örtliche Überlieferung führt seine Entstehung auf dramatische Ereignisse aus der Besiedlungszeit Islands zurück. Die visuelle Wirkung dieses losen Geröllfelds ist wahrhaft eindrucksvoll: ein weites Gebiet aus herabgestürzten Felsblöcken und Gesteinstrümmern, das scheinbar jederzeit in Bewegung geraten könnte. Legenden enthalten oft Wahrheiten über Landschaften, und in diesem Fall spiegelt die Überlieferung die tatsächliche geologische Instabilität solcher Schutthänge wider.
Die Legende verleiht einer ansonsten rein geologischen Beobachtung erzählerische Tiefe. Die Isländer nutzen seit Langem Geschichten, um ihre dramatische Landschaft zu erklären, und Njarðvíkurskriður zeigt beispielhaft, wie ein markantes Naturphänomen im kulturellen Gedächtnis verankert wird. Die Erzählung Ihres Guides über diese lokale Legende hilft Ihnen zu verstehen, wie die Menschen in Ostisland zu ihrer eindrucksvollen Umgebung stehen und warum bestimmte Landschaftsmerkmale über Generationen hinweg im Gedächtnis bleiben.
500 m
Der Reisebus steigt auf 500 meters an und überquert den Gebirgspass zwischen Seydisfjordur und den Papageitaucherkolonien.
Wasserfälle an jedem Hang: Warum Ostisland so viele Kaskaden hat
Der Reichtum an Wasserfällen in dieser Region ist auf eine für Ostisland einzigartige Kombination aus Geologie, Klima und Topografie zurückzuführen. Die vulkanischen Hochplateaus, die einen Großteil des Landesinneren bedecken, bilden steile Abbruchkanten, an denen Bäche auf härtere Gesteinsschichten treffen. Dadurch fällt das Wasser, statt allmählich weiterzufließen. Regen fällt hier reichlich, und Schmelzwasser aus höheren Lagen sorgt selbst in den Sommermonaten für einen beständigen Wasserfluss. Hafnarholmi und das umliegende Hochland sammeln und leiten Wasser, das irgendwohin fließen muss, und die Schwerkraft sorgt dafür, dass dies auf dramatische Weise geschieht. Ihr Reisebus passiert zahlreiche Wasserfälle, von denen einige donnernd über Felswände stürzen, während andere aus verborgenen Quellen herabfallen und Erstbesucher überraschen.
Der Wasserfall Gufufoss, ein zentraler Halt Ihrer Tour, veranschaulicht dieses Phänomen. Der Wasserfall existiert aufgrund der besonderen Geologie unter ihm, bei der eine weichere vulkanische Schicht über widerstandsfähigerem Hartgestein liegt. Das weichere Material erodiert schneller und schafft einen senkrechten Absatz, der die Energie des Wassers in einer eindrucksvollen Kaskade bündelt. Mehrere von der Straße aus sichtbare Wasserfälle zeigen, wie Wasser den Weg des geringsten Widerstands durch Islands komplexe Topografie findet. Die Häufigkeit der Wasserfälle wird zu einem prägenden Merkmal der Fahrt, während Ihr Guide sowohl große als auch kleine Besonderheiten hervorhebt.
Rentiere im Hochland: Wilde Herden beobachten
Auf dem Hochplateau im Landesinneren Ostislands leben verwilderte Rentierherden, die in Höhen zwischen etwa 300 und 800 Metern durch die Hochmoore und Graslandschaften ziehen. Die Tiere wurden Ende des 18. Jahrhunderts nach Island gebracht und haben sich seither zu wild lebenden Populationen entwickelt, die saisonal wandern. Der Sommer ist die beste Jahreszeit, um sie vom Reisebus aus zu beobachten, da die Tiere in höhere Lagen ziehen, um frische Vegetation zu finden und den Insekten im Tiefland zu entkommen. Rentiersichtungen können nicht garantiert werden, da die Tiere wild leben und ihre Bewegungen von Nahrungsangebot und Wetterbedingungen abhängen. Ihr Guide kennt jedoch die Gebiete und Zeiten, zu denen Begegnungen am wahrscheinlichsten sind.
Wenn Rentiere gesichtet werden, erscheinen sie meist in kleinen Gruppen, die über das Moorland verstreut sind. Ihre hellen Körper heben sich schon aus großer Entfernung deutlich von der dunkleren Vegetation ab. Sobald Sie die Tiere klar erkennen können, werden Sie feststellen, dass sie überraschend groß sind und sich durch Geweih und Körperbau deutlich von isländischen Schafen unterscheiden. Ihr Guide informiert die Fahrgäste, wenn Herden entdeckt werden, und erläutert ihre Geschichte in Island sowie ihre Rolle im Ökosystem des Hochlands. Selbst wenn auf Ihrer Tour keine Rentiere zu sehen sind, zählt das Hochland, in dem sie umherstreifen, zu den ursprünglichsten und unberührtesten Wildnisgebieten Islands.
Die Straße lesen: Was Sie von Ihrem Sitz aus entdecken können
Die Fahrt mit dem Reisebus ab Seydisfjordur bietet allen, die wissen, worauf sie achten müssen, fortlaufend interessante Ausblicke. Neben den wichtigsten Stopps verrät auch die Straße selbst viel über Islands Geografie und die Anpassung des Menschen an diese extreme Landschaft. Zäune markieren Grundstücksgrenzen und zeigen, wo Landwirtschaft versucht oder wieder aufgegeben wurde. Alte Steinbauten an den Hängen zeugen von früheren Siedlungen oder inzwischen verlassenen Abbaustätten. Mit zunehmender Höhe verändern sich die Vegetationsmuster deutlich, und jede Zone beherbergt Pflanzenarten, die an bestimmte Bedingungen angepasst sind. Ihr Guide begleitet die Fahrt mit Erläuterungen, doch aufmerksame Gäste werden manche Details bereits entdecken, bevor sie darauf hingewiesen werden.
Auch der Straßenbelag erzählt von Islands klimatischen Herausforderungen und ingenieurtechnischen Lösungen. Möglicherweise sehen Sie Abschnitte, auf denen neuer Asphalt über älteren Belägen verlegt wurde - ein Zeichen für die kontinuierliche Instandhaltung, die Frost-Tau-Zyklen und extremes Wetter erfordern. Gelegentlich sind Lawinenschutzbauten zu sehen, besonders dort, wo steile Hänge über die Straße ragen. Bachquerungen zeigen Wassermengen, die je nach Jahreszeit schwanken und Straßenverhältnisse sowie Erreichbarkeit beeinflussen. Am Ende der fünfstündigen Tour entwickeln die Gäste ein intuitives Verständnis dafür, wie die Landschaft Ostislands tatsächlich funktioniert - nicht durch Vorträge, sondern durch die Beobachtung der realen Auswirkungen von Geologie, Wetter und menschlicher Präsenz in dieser bemerkenswerten Region.
